Halbzeit

Wir liegen nun mit den Bauarbeiten fast in der Mitte zwischen den Bewilligungsbescheiden der Zuschüsse und dem geplanten Einzug in die neuen Hallen. Zeit für etwas Party.

Der Samstag markierte also ungefähr die Halbzeit des gesamten Bauprojektes, bis das Bootshaus endlich voll saniert da steht und wir wieder einziehen können. Das galt es natürlich zu feiern, mit besonderen Gästen und emotionalen Momenten.

Zunächst begrüßte Matthias Woitok die anwesenden Gäste aus dem Innenministerium, der Stadt, den Trierer Gymnasien, der Bezierksregierung (ADD) sowie LSB und auch der Volksbank Trier, die einer der Hauptfinanzierer des Projekts ist.

Wirken fast winzig vor dem Haus – und ein Stockwerk kommt noch: Minister Michael Ebling und 1. Vors. RVT Mattias Woitok

Nach dem Grußwort des Ministers folgte die „Grundsteinlegung“, was keine war, denn weder war es ein Stein, noch war es Grund, und es ist ja auch kein kompletter Neubau – also: eine Zeitkapsel wurde provisorisch versenkt, in der sich neben Münzen aus dem Jahr auch noch ein aktueller Trierischer Volksfreund befand, sowie einige Andenken – da wir die Kapsel später im ersten Stock einmauern werden, gibt es noch ein bisschen Zeit und Platz für Ideen zu weiteren Andenken. Im Hintergrund hatten die Arbeiter der Firma Schneider & Lieser noch Ordnung geschaffen- ein Teil der rechten Halle musste noch gestützt werden, während sich die linke Halle garnicht für eine solche Aktion geeignet hätte: da hier eine Mauer im 1. Stock aufliegt, muss die Decke fast einen vollen Monat gestützt werden, damit der Beton völlig aushärtet. Und eins wird immer auffälliger: Der langgezogene „Balkon“ antlang der neuen Krafthalle…ist keine Platzverschwendung oder ein Planungsfehler, sondern dem Baurecht bzw. Bauordnungsrecht geschuldet, das bestimmte Abstandsgrenzen zum Nachbarn fordert – sei dieser auch ein Handelsbetrieb mit einem leeren Hof dahinter.

Versenkten die Zeitkapsel: Innenminister Ebling, Stadt- Baudezernent Dr. Becker und 1. Vors. Woitok

Im Anschluss gab es einen Platzwechsel zur Bootstaufe und es wurde auch gleich emotional. Im Gedenken an die leider verstorbene Inge Böttger wurden nicht nur nochmals ihre Verdienste um dem Verein hervorgehoben und ihr Gatte Detlev erinnerte an sie mit einem Bild aus glücklichen Tagen, auf der Henley Royal Regatta mit „Fascinator“, Kleid und Richard Schmidt im Arm: der Minister taufte – bei seiner wahrscheinlich ersten Rennboottaufe ganz Profi – einen Einer auf „Inge Böttger“ und zeigte sich berührt davon, dass ein Verein seine Mitglieder so ehren kann.

Auch für Daniel Riechmann, Geschäftsführer der „Werner Kahl – die Ruderwerkstatt GmbH“ war es – so sagt er- die erste Taufe. Kaum zu glauben bei dem Job, als Filippi- Vertreter für Deutschland. Er erinnerte an seinen Freund und Geschäftspartner, den im Land und der deutschen Ruderscene wohlbekannten und ebenfalls zu früh abberufenen Marc Krömer, sowie deren Motto „Lebe deine Träume“ – warum ein Zweier dann auch „Traumschiff“ genannt wurde, nicht zu schweigen von den Booten Aventura, Aella, Ajax, Aphrodite und Leto.

Und noch ein kleines Jubiläum ging fast unter: genau an dem Wochenende vor 100 Jahren hat der RVT auf der Godesberger Siebengebirgsregatta seinen ersten Sieg eingefahren, wie die uns von Otto Ronde, einem Mitgründer, vererbte Medaille zeigt.

Es war sicherlich damals nur zu träumen, dass der Verein heute so dasteht. Wären „die Alten“ stolz auf uns?

Und: die GDKE hatte uns netterweise für unsere kleine Zeitreise ein paar Bilder der Ausgrabungen zur Verfügung gestellt, die wir nicht verschwiegen wollen.

Über die römische Darre hatten wir bereits berichtet, nun wollen wir sie in ihrer ganzen Pracht nochmals zeigen.

Damit sich das Alle nochmal klarmachen: das lag 2000 Jahre lang zwei Meter unter unseren Füßen. Das hat niemand nachgemacht…das ist Original. (Quelle: GDKE, Landesarchäologie, Jan Sponfeldner)

Auch ein Brunnen wurde gefunden, der bereits zu Lebzeiten verfüllt wurde – schade, denn in Krisenzeiten waren Brunnen gern gesehene – und dann vielfach vergessene – Verstecke für Wertsachen.

Brunnen in Gänze (Quelle: GDKE, Landesarchäologie, Jan Sponfeldner)

Und der Brunnen samt Füllung im Querschnitt (Quelle: GDKE, Landesarchäologie, Jan Sponfeldner)

Wir dürfen trotzdem noch sehr gespannt sein auf den abschließenden Bericht bzw. Artikel der GDKE zum Grundstrück, vielleicht finden sich noch weitere Erkenntnisse zum alten Leben an der Mosel.

Das „neue“ Leben jedenfalls geht mit rasanten Schritten dem 2. Stockwerk zu – und glänzt mit der Vorfreude auf diese Aussicht beim Ergometrieren, natürlich ohne Dixi.

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