Abrissparty durchschlagender Erfolg

Am Samstag den 11.06. fand sie nun statt- die Abrissparty, die noch einmal viele zusammenbrachte, die dem Bootshaus Adieu sagen wollten- und jenen, die an der Zukunft in irgendeiner Form beteiligt sind.

Es war mal wieder spät, als die letzten gejagten Seelen sich vom Boothaus aufmachten. Nicht so spät bzw. früh vielleicht wie ehedem, bevor uns das Haar versilberte- aber doch so, dass man von einer zünftigen Feier sprechen konnte. Zudem zogen manche noch weiter auf’s Altstadtfest. Allein: die Frage ist, ob sie dort noch etwas gehört haben, nachdem die Mörtal Mice ihnen so richtig das Trommelfell massiert hatten mit ihrem selbsteingestellten Sound und der grandiosen Akkustik einer röhrenartigen, stahlbewehrten Bootshalle.

Etwa 20 Stücke der etwas rockigeren Gangart hatte die Truppe drauf, samt heiserem Sänger, gerissener Saiten und fehlender zweiter Gitarre. Kein Feuerwerk für den Recall von DSDS, aber mit entsprechender Verve zum Vortrag gebracht. Marte bedankte sich tatsächlich beim Abschied für „das Ständchen“ und ließ irritierte Gesichter zurück. Zum punkigen Abschluss kam Mona endlich die rettende Idee: ein Vorschlaghammer. Immerhin war ja Abriss angesagt.

Unser gutes Bootshaus erwies sich- wie sollte es anders sein- als zäh. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, denn zum sind wir stolz darüber, dass es so ist, wie es ist- zum anderen wollen wir es ja abreißen, wobei Zähigkeit ein so ganz und gar unbrauchbares Attribut ist. Aber so kann man es in Erinnerung behalten: über Jahrzehnte gewachsen und abgehärtet durch Generationen wilder Treverer. Wenn wir wüssten, was diese Wände alles gesehen haben…

Hoffen wir, dass es sich nicht noch wehrt beim Abriss, so dass wir bei soviel Kampfgeist gerührt unsere Pläne einstellen müssten.

Es war also gleich in mehracher Hinsicht „Hard Rock“- auch Ruderfreunde aus anderen Vereinen nehmen diese Geschichten als „echte Treviris- Geschichten“ wahr.

Nun klafft also ein Loch in der vorderen Böckewand. Auch das eine typische Treverer- Idee: ein sternförmiges Loch. Ohne Rücksicht auf das dahinter stehende Motorboot und den Wäscheständer oder den Arbeitsschutz hineingeschlagen von starken Frauen und schönen Männern.

So steht das Haus nun da. Leer.

Schon traurig, irgendwie.

Bilder: Christian Sirsch/ Philipp Münchmeyer

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