Das Ende krönt das Werk

Finis coronat Opus – Ovid

Wie eine Krönung fühlte sich der gesamte Prozess der Niederlegung unseres lieben Bootshauses nun gerade nicht an. 

Länger als manch andere Fassade hat es das nicht gerade hübsche Antlitz der Luxemburger Straße geziert, ein farbenfroher Tupfer im Grau, ein Ort der Freude inmitten geschäftigen Treibens. Nun ja.

Haustür Luxemburger Straße

So ist es also, das Ende. 73 Jahre (oder mehr), beendet in 4 Tagen. Wenn das nicht eine Blaupause fürs Leben ist… Der oder die eine oder Andere war noch da, sicher auch, um leise „Tschüs“ zu sagen. Ich fragte:“Ist noch was offen?“ Und die Giebelwand sagte: „Nö, passt schon. Trinkt einen auf mich“, bevor sie in sich zusammensackte. Wer könnte das nicht tun, der es je erlebt hat? Abgesehen davon, wie oft man es eigentlich dort getan hat. Und man fragt sich doch immer, ob man nicht doch irgendwo noch irgendwas drinnen vergessen hat, das man gerne hätte mitnehmen wollen. Seine Jugend zum Beispiel. 

Na – für die Jungen ist es eben auch spannend, etwas Neues zu erleben. Aber wir haben gesehen, dass auch sie sich durchaus dafür interessieren, was war. 

Neben unseren Aufzeichnungen und Erinnerungen ist es unsere Aufgabe, das mit ins neue Haus zu transportieren. 

Und, so wie wir sind, wird uns das gelingen. 

This is the end, beautiful friend
This is the end, my only friend, the end
Of our elaborate plans, the end
Of everything that stands, the end
No safety or surprise, the end
I’ll never look into your eyes, again
Can you picture what will be, so limitless and free
… – The Doors

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